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Sommer

Jahreszeiten · 5. August 2026

Sommer im Wohnzimmer: leichter wohnen ohne umzuräumen

Sommerlich wohnen heißt nicht, alles auszutauschen. Es heißt vor allem, etwas wegzunehmen — und das ist deutlich weniger Arbeit.

Notiz an mich Die schweren Decken kommen erst im September zurück. Bis dahin ist im Schrank Platz.

kurz gefasst

Das Wichtigste in Kürze

Helles sommerliches Wohnzimmer mit cremefarbenem Leinensofa, luftigen Vorhängen am offenen Fenster und weißen Margeriten in einem Glas
Offenes Fenster, leichte Vorhänge, Wiesenblumen

Im Herbst kommt Deko dazu, im Sommer geht sie weg. Ich merke den Sommer meistens zuerst daran, dass ich die schwere Decke vom Sofa nehme und der Raum sofort anders atmet, noch bevor ich überhaupt etwas verändert habe. Das ist der ganze Unterschied — und der Grund, warum die Umstellung auf Sommer schneller geht als alles andere im Jahr.

Sechs Handgriffe

1Die schweren Textilien einlagern

Grobe Strickdecken, dicke Kissenhüllen, der Wollteppich. Alles, was Wärme suggeriert, wandert für ein paar Monate in den Schrank. Der Raum wirkt sofort leichter, ohne dass etwas Neues dazukommt.

2Leinen statt Wolle

Ein Leinentuch über die Sofalehne, Kissenhüllen aus Baumwolle statt Samt. Dieselben Inletts, andere Bezüge. Es ist der günstigste Wechsel im ganzen Jahr und der mit dem größten Effekt.

3Wiesenblumen statt gekaufter Deko

Ein Glas mit Margeriten, Schafgarbe und ein paar Gräsern vom Wegrand. Bei uns pflücke ich die meistens auf dem kurzen Stück zum Briefkasten, und keine Woche sieht der Strauß danach gleich aus. Sommerliche Deko muss man im Grunde nicht kaufen — sie steht draußen.

4Den Boden frei machen

Körbe, Bodenvasen, alles, was im Winter Gemütlichkeit erzeugt hat, nimmt jetzt Platz. Ein freier Boden liest sich als kühl, und kühl ist im Sommer genau das, was man will.

5Abends weniger Licht

Im Sommer ist es lange hell. Statt gegen die Dämmerung anzuleuchten, lieber gar nichts einschalten und das Fenster offen lassen. Kerzen erst spät, und dann wenige.

6Vorhänge waschen und länger hängen lassen

Frisch gewaschene, leicht bewegte Vorhänge an einem offenen Fenster sind der Inbegriff von Sommer im Raum. Das kostet einen Waschgang und wirkt stärker als jede Dekoidee.

Was im Sommer im Schrank bleiben darf

Alles, was Wärme suggeriert: grobe Strickdecken, Fellimitate, schwere Vorhänge, dicke Kissenhüllen aus Samt oder Cord. Dazu Kerzen in großer Zahl, dunkle Keramik und alles, was im Winter für Behaglichkeit gesorgt hat und jetzt schwer wirkt.

Am besten gewaschen und trocken in einen Stoffbeutel oder eine Box, nicht in Plastik — sonst riecht alles im September muffig. Und ganz nebenbei entsteht dabei etwas, das die meisten unterschätzen: Vorfreude. Wenn die Decken im Herbst zurückkommen, gehört dieser Moment zur Jahreszeit dazu.

Sommerlich ohne etwas zu kaufen

Die drei wirksamsten Dinge kosten nichts oder fast nichts. Blumen vom Wegrand — Margeriten, Schafgarbe, ein paar Gräser in einem einfachen Glas. Sie sehen jede Woche anders aus und sind der schnellste Weg, einen Raum sommerlich zu machen.

Obst als Deko, das anschließend gegessen wird: Kirschen in einer Schale, Zitronen auf dem Küchentisch, Beeren in einem Glas. Farbe, die nicht in den Schrank muss.

Und offene Fenster mit bewegten Vorhängen. Ein frisch gewaschener, leicht wehender Vorhang wirkt sommerlicher als jede gekaufte Dekoration — und der einzige Aufwand dafür ist ein Waschgang.

Was Sommer im Raum tatsächlich ausmacht

Es sind drei Dinge, und keines davon ist Deko: Luft, Licht und Leichtigkeit im Material. Ein Fenster, das offen steht, verändert einen Raum sofort — Geräusche von draußen, bewegte Luft, ein Vorhang, der sich hebt. Das ist der eigentliche Unterschied zum Winter, in dem alles geschlossen und gedämpft ist.

Beim Licht dreht sich die Logik um: Im Herbst schaltet man früher ein, im Sommer möglichst spät. Ein Raum, in dem um halb zehn noch Tageslicht steht, braucht keine Lampe. Und beim Material geht es um Gewicht und Oberfläche — Leinen fühlt sich sommerlich an, weil es kühl ist und Falten wirft, nicht weil es eine bestimmte Farbe hat.

Und wenn es richtig heiß wird

Dann hilft Einrichtung mehr, als man denkt. Vorhänge tagsüber zuziehen, gerade an Südfenstern, hält die Hitze draußen. Textilien vom Boden nehmen — ein Wollteppich speichert Wärme, blanke Dielen bleiben kühl.

Nachts durchlüften, morgens früh schließen. Das ist die Reihenfolge, die tatsächlich wirkt, und sie ist genau umgekehrt zu dem, was die meisten tun. Ein kühler Raum wirkt am Ende sommerlicher als jede Dekoration in Blau und Weiß.

„Im Sommer räume ich nicht um. Ich räume weg — und stelle Blumen hin."

Olga Reyes-Busch

Häufige Fragen

Wie richtet man ein Wohnzimmer sommerlich ein?

Vor allem durch Weglassen: schwere Decken, dicke Kissen und Bodendeko für ein paar Monate einlagern und durch leichte Stoffe wie Leinen und Baumwolle ersetzen. Ein Strauß Wiesenblumen ersetzt dabei fast jede gekaufte Sommerdekoration.

Welche Farben passen im Sommer?

Die Basis bleibt dieselbe — warmes Gebrochen-Weiß, Leinen, helles Holz. Als Akzent funktionieren im Sommer helles Gelb, ein blasses Blau und frisches Grün besser als die warmen Rost- und Senftöne des Herbstes.

Muss man Deko saisonal wechseln?

Nein. Es reicht, Textilien und Blumen zu wechseln. Vasen, Schalen und Kerzenständer bleiben das ganze Jahr stehen und werden nur anders gefüllt — das spart Geld und Stauraum.

Wohin mit den Winterdecken?

Gewaschen und trocken in einen Stoffbeutel oder eine Box, möglichst nicht in Plastik. Wenn sie im September wieder herauskommen, riechen sie frisch — und der Moment, in dem sie zurückkommen, gehört zum Herbst dazu.

Passt dazu

bis bald

Ich hoffe, du nimmst etwas mit — und sei es nur eine Kleinigkeit, die du heute Abend ausprobierst. Perfekt muss nichts werden. Schön reicht.

Olga